Mitteldeutsche Zeitung
 




MZ, 26.07.2005
Meteorologe Nitz im Dauerstress
Segelfliegen: FSV Oppin holt bei Landesmeisterschaft drei Medaillen
Oppin/MZ/zag. Die Freude über drei gewonnene Medaillen ließ die Organisatoren der Landestitelkämpfe im Streckenflug den Ärger über die ausgefallenen Wettkampftage vergessen: Obwohl wegen fehlender Thermik nur an drei der insgesamt neun Meisterschaftstage geflogen werden konnte, zog der Flugsportverein Oppin eine positive Bilanz.

„Segelflieger sind geduldige Leute und kennen die Situation“, weiß Martin Springer vom FSV. Die wenige flugtaugliche Zeit wurde deshalb um so intensiver genutzt und es entwickelten sich einige spannende Luft-Duelle. Daran hatten die Gastgeber eine Aktie. In der kleinen Clubklasse erkämpfte sich Lokalmatador Volker Naumann in seinem „Piraten“ die

Vizemeisterschaft. Der 20-jährige Physikstudent musste sich nur Thomas Gladow aus Gardelegen beugen.

In der gemischten Klasse segelte Uwe Nitz im „Discus“ auf den Bronzerang. Der diplomierte Meteorologe hatte auch in den flugfreien Stunden alle Hände voll zu tun: Er informierte über die Wetterlage, beantwortete geduldig alle Fachfragen, erstellte Karten und Graphiken. Der 36-jährige Flugsportler, der als Betreuer der Frauennationalmannschaft auch schon bei großen internationalen Meisterschaften dabei war, hat gleich seine gesamte Familie in den Wettkampf mit eingebunden. Die zehnjährige Tochter Laura unterstützte die Titelkämpfe als Flugschreiber, während Ehefrau Michaela mit für die Versorgung
der Teilnehmer verantwortlich war.

Eine Überraschung gelang zudem Stefan Münch. Der Abiturient, der sich im Verein als Jugendleiter und Vorstandsmitglied sehr engagiert, wurde mit seiner „Cobra“ in der großen Clubklasse Dritter.

Den Leerlauf bei schlechtem Wetter überbrückten die insgesamt 23 Segelflieger aus zehn Vereinen mit Tischtennisspielen, Go-Card-Fahren oder einem Bowling-Tunier. Einige nutzten auch das Mitflug-Angebot des Schönebecker Kunstfliegers Henrik Hamvas. Andere wiederum gingen mit dem Flugsimulator virtuell in die Luft.

Volker Naumann erkämpfte bei den Landesmeisterschaften im „Piraten“, einem Schulungsflieger des FSV,
die Silbermedaille.
Foto: Martin Springer

MZ, 25.07.2005
Majestätisch gleiten die Segelflugzeuge am blauen Himmel dahin. Doch wichtig für die Piloten ist ein bestimmter Aufwind, der durch Thermik entsteht. Nur
Fotos (3): Martin Springer
Sonne reicht bei weitem nicht aus, um erfolgreich zu sein. Die Wolfener belegten in Oppin immerhin zwei vierte und einen sechsten Platz.
Flieger bleiben häufig am Boden
Landesmeisterschaft im Streckensegelflug -
Wolfener Teilnehmer mit guten Platzierungen - Oft fehlt die Thermik
Oppin/MZ. Mit zwei vierten und einem sechsten Platz kehrten die Segelflieger vom Wolfener Verein von der Landesmeisterschaft im Streckensegelflug aus Oppin zurück. Obwohl nur an drei Tagen ein Wettkampfbetrieb möglich war, konnten die Wolfener, die ihren Sitz auf dem Flugplatz in Renneritz haben, zufrieden sein.

"Da haben wir schon ganz andere Sachen erlebt", beschreibt Stephan Thel von der Wolfener Truppe das Wetter. "Es gab sogar im Jahr 2002 eine Meisterschaft, da konnte überhaupt nicht gestartet werden." Mit drei Wettbewerbstagen liege man in Oppin schon recht gut.

"Was für den Fußgänger eine optimale Witterung ist, fällt bei den Segelfliegern glatt durch", beschreibt Thel das schöne Sommerwetter. Wenn dann noch die warme Luft aus

Richtung Afrika kommt, werde sie im hiesigen Festlandgebiet "geschichtet", erklärt Thel. Das bringe überhaupt keine Punkte. Optimal sei Luft aus dem Norden, die sei kühl und erwärme sich gut.

"Wichtig für uns Segelflieger ist die Thermik, und die entsteht nur, wenn sich kalte Luft durch die Sonne erwärmt und nach oben steigt", erläutert der Segelflieger. "Wenn die Luft steigt, dann steigen wir mit." Dann müsse man nur noch die Stellen aussuchen, an denen besonders gute Erwärmungen vorhanden sind. Je höher man komme, desto länger und weiter könne man auch segeln und umso besser sei dann die Platzierung, wenn man wieder auf dem Startflugplatz in Oppin lande.

An den ersten Tagen in Oppin gab es eine Menge so genannter Außenlandungen. Thel: "Da fehlte durch die kalten
Temperaturen einfach die Thermik und so mussten einige Sportfreunde außerhalb des Geländes zu Boden gehen." Das bedeute jedes Mal eine Menge Arbeit für die Crew, die das Flugzeug und den Piloten dann wieder zum Ausgangspunkt zurückholen müsse.

Doch auch das relativ schlechte Wetter machte den insgesamt 20 Teilnehmern der Landesmeisterschaft, die in der Nähe des Rollfeldes ihre Zelte ausgeschlagen hatten, nichts aus. Ein Bowlingabend, ein Besuch im ehemaligen DDR-Militär-Bunker in Kossa in der Dübener Heide, ein Stadtbummel in Halle und gemütliche Abende am Lagerfeuer sorgten für Abwechslung und rundeten die Wettkampfwoche auf dem Oppiner Flugplatz ab.

Melanie Gutsch und Kay Schammer sicherten sich in ihrem Doppelsitzer den vierten Platz.
Ringo Börsch kam allein auf den sechsten Rang

MZ, 22.07.2005
Segelflieger Kämpfen gegen widrige Witterung
Bis jetzt nur drei Flugtage bei offener Landesmeisterschaft -
Wolfener mit vier Sportlern am Start
Oppin/MZ. Die Landesmeister-schaft im Streckensegelflug, an der auch Wolfener Sportfreunde teilnehmen, findet zurzeit in Oppin bei Halle statt. Über den Ablauf und die Schwierigkeiten dabei sprach MZ-Mitarbeiter Michael Maul mit Mario Steinborn vom Segelflugverein.

Wieviel Wolfener Segelflieger sind am Start?



Steinborn: Von unserem Segel-flugverein sind vier Sportfreunde am Start. Das sind Melanie Gutsch, Kay Schammer, Stephan Thel und Ringo Börsch.
Wie sind die Flugbedingungen in Oppin und die Platzierungen der Wolfener?





Steinborn:
Das Wetter spielt den Seglern derzeit einen üblen Streich. Bisher konnten nur drei Wettbewerbe gestartet werden. Unsere Sportler haben dabei von den insgesamt 20 Teilnehmern aber schon sehr gute Platzierungen erreicht: Stephan Thel auf Platz vier, Melanie Gutsch und Kay Schammer im Doppel auf Platz vier und Ringo Börsch hat den sechsten Rang inne.
Wie ist der weitere Ablauf der Landesmeisterschaft geplant?




Steinborn:
Wenn das Wetter am Sonnabend besser wird, soll noch einmal abgehoben werden. Die Siegerehrung ist dann für Sonntag geplant.

Was machen die Segelflieger eigentlich, wenn das Wetter so schlecht ist?




Steinborn: Als Ausgleich wurde Bowling gespielt. Da hatte Stephan Thel die Nase vor.

MZ, 18.07.2005
Nur Außenlandungen
Segelfliegen: Titelkampf in Halle-Oppin
Oppin/MZ/zag. Seit Samstag kämpfen Sachsen-Anhalts Segelflieger in Oppin bei den offenen Landesmeisterschaften im Streckensegelflug um die Titel. Bei den von Sportminister Gerry Kley eröffneten neuntägigen Wettbewerben bewerben sich die Besatzungen von 18 Flugzeugen in drei verschiedenen Klassen um die Medaillen.

Zum Auftakt machten allerdings schwierige Witterungsverhältnisse den Piloten das Leben bzw. Fliegen schwer. In nur zwei Klassen erreichten jeweils zwei Sportler die vom Veranstalter vorgegebene Mindeststreckenlänge. Positiv aus der Sicht des gastgebenden Flugsportvereins Halle-Oppin: In der großen Clubklasse manövrierten Frank Ludwig und Stefan Münch ihre Maschinen zwischenzeitlich auf die Plätze drei und vier.

In der kleinen Clubklasse lagen sogar zwei Lokalmatadore auf den ersten Plätzen, allerdings fiel diese Kategorie dann doch der fehlenden Thermik zum Opfer und wurde nicht gewertet. Kurios: Nicht ein einziges Segelflugzeug schaffte es am Samstag zurück zum Startplatz nach Oppin. „Tatsächlich gab es nur Außenlandungen“, bestätigte Mitorganisator Torsten Wilker vom FSV das außergewöhnliche Ergebnis.

Gestern meinte es der Wettergott besser mit den Segelfliegern. "Der Großteil der Piloten hat die Tagesaufgaben erfüllt", bilanziert Wilker zufrieden. Zudem gab es wesentlich weniger Außenlandungen. "Vereinzelt gingen die Flieger in Bitterfeld oder Wittenberg runter", erklärte Wilker. Die Wettbewerbe werden heute fortgesetzt.




Berechnung der Seite in 0 s - Login